Handscanner: 1D-Laser, CCD-Imager oder 2D-Imager – welche Scan-Technologie passt wozu?
Handscanner lesen Barcodes per Lichtstrahl und übertragen die Daten an Kassensysteme oder Warenwirtschaftslösungen. Innerhalb dieser Kategorie gibt es drei grundlegende Scan-Technologien, die sich in ihrem Leseverhalten deutlich unterscheiden. Der klassische 1D-Laserscanner liest lineare Strichcodes zuverlässig auch über größere Distanzen – Modelle mit erweiterter Reichweite erfassen Codes auf Abstand, was im Lagerbereich oder an großen Verkaufstheken hilfreich ist. 2D-Imager gehen einen Schritt weiter und lesen neben 1D-Barcodes auch zweidimensionale Codes wie QR-Codes und Data-Matrix-Codes – für solche Anforderungen eignet sich etwa ein Datalogic Handscanner mit Standfuß. CCD-basierte 1D-Imager arbeiten ohne bewegliche Teile: Sie nehmen den Barcode per Bildsensor auf und eignen sich gut für kurze Leseabstände, wie sie an einer festen Kassenposition typisch sind.
Anschluss und Schnittstellenwahl: USB, RS232 oder Multi-Interface
Die zweite wichtige Frage beim Kauf eines Handscanners ist die Schnittstelle. USB-Modelle lassen sich ohne Treiber an nahezu jeden modernen PC oder ein USB-fähiges Kassensystem anschließen und werden oft als Kit mit fertig konfektioniertem Kabel geliefert – das erleichtert die Inbetriebnahme erheblich. RS232-Anschlüsse sind an älteren POS-Systemen oder speziellen Industrieterminals verbreitet; manche Kits liegen daher auch mit RS232-Kabel und passendem Netzteil vor. Wer Flexibilität benötigt oder das Kassensystem zu einem späteren Zeitpunkt wechseln möchte, greift zu Multi-Interface-Scannern: Ein Honeywell Handscanner mit Multi-Interface unterstützt mehrere Schnittstellen wie USB, RS232 und KBW über dasselbe Gerät, sobald das passende Kabel gewählt wird. Für eine rein stationäre Kasse mit fest definiertem System reicht ein Single-Interface-Gerät im USB-Kit meist aus; das Multi-Interface-Modell lohnt sich, wenn verschiedene Schnittstellentypen bedient werden müssen.
Einsatzpfade: Retail, Lager und besondere Anforderungen
Im Einzelhandel an der Kasse kommt es vor allem auf zuverlässiges Lesen von EAN-Barcodes auf Warenverpackungen an – hier sind 1D-Laserscanner und 1D-Imager gleichermaßen geeignet. Wer zusätzlich Gutscheine oder Kundenkarten per QR-Code einlesen möchte, benötigt zwingend einen 2D-Imager; ein reiner 1D-Scanner kann diese Codes nicht verarbeiten. Für Umgebungen, in denen der Scanner gelegentlich Feuchtigkeit oder Staub ausgesetzt ist, gibt es Modelle mit erhöhter Schutzart – das Sortiment umfasst Geräte von IP41 bis IP65, wobei IP65-Modelle auch gegen Strahlwasser und Staub geschützt sind. Kabelloses Arbeiten über Bluetooth ist ebenfalls möglich, erfordert aber eine Ladestation und Empfangseinheit; für eine feste Kassenposition ist ein kabelgebundener Scanner unkomplizierter. Hersteller wie Datalogic, Zebra, Honeywell, Newland, CipherLab, Metapace und Sunmi decken die wesentlichen Geräteklassen ab, sodass sich für die meisten POS-Umgebungen ein passendes Modell findet.
Häufige Fragen rund um Handscanner
Kann ein 1D-Handscanner auch QR-Codes lesen?▼
Ein reiner 1D-Handscanner – ob Laser oder CCD – kann keine QR-Codes und keine anderen 2D-Codes lesen. Für QR-Codes, Data-Matrix-Codes oder mobile Bezahlcodes ist ein 2D-Imager notwendig, der sowohl lineare als auch zweidimensionale Barcodes erfasst.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kit und einem Handscanner ohne Kabel?▼
Ein Kit enthält neben dem Scanner ein passendes Anschlusskabel – häufig USB oder RS232 – und ermöglicht so den sofortigen Einsatz ohne weitere Beschaffung. Modelle ohne Kabel werden separat verkauft und eignen sich, wenn die Schnittstelle noch nicht feststeht oder ein Multi-Interface-Gerät später mit dem passenden Kabel für verschiedene Systeme konfiguriert werden soll.
Welcher Handscanner passt zu einem älteren Kassensystem mit serieller Schnittstelle?▼
Für ältere Kassensysteme mit RS232-Anschluss benötigen Sie einen Handscanner mit RS232-Unterstützung, der als RS232-Kit oder mit entsprechendem Adapterkabel geliefert wird. Multi-Interface-Scanner sind hier besonders flexibel, da sie bei einem späteren Systemwechsel auf USB oder KBW umgerüstet werden können, ohne das Gerät ersetzen zu müssen.