Barcodescanner Vergleich: Welcher Scanner-Typ passt zu welchem Einsatz?
Barcodescanner lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: kabelgebundene Handscanner, Funkscanner und Präsentationsscanner. Welcher Typ sinnvoll ist, hängt weniger vom Budget ab als von der konkreten Arbeitssituation – wo gescannt wird, wie häufig und ob der Scanner fest stehen oder mobil sein soll.
Kabelgebundener Handscanner: Der Standard an der Kasse
Der klassische Handscanner ist per USB oder RS232 direkt mit der Kasse oder dem PC verbunden. Er funktioniert ohne Akkus, ohne Ladevorgänge, ohne Verbindungsabbrüche. An einem festen Kassenplatz ist das ein echter Vorteil: Der Scanner liegt griffbereit, die Verbindung ist konstant, und die Einrichtung dauert Minuten.
Für Einzelhandel mit einem oder wenigen festen Kassenplätzen ist der kabelgebundene Handscanner die unkomplizierteste Lösung. Einschränkungen gibt es beim Bewegungsradius – die Kabellänge ist die Grenze. Wer regelmäßig Ware im Regal oder im Lager erfassen muss, stößt damit schnell an die Grenze der Reichweite.
Funkscanner kaufen: Wenn Mobilität im Betrieb gefragt ist
Funkscanner – meist per Bluetooth oder über einen 2,4-GHz-Funkempfänger angebunden – ermöglichen freies Bewegen im Raum. Der Empfänger steckt im USB-Port des Kassenrechners, der Scanner selbst hat einen wiederaufladbaren Akku und kommuniziert kabellos.
Typische Einsatzbereiche: Supermärkte mit breiten Gängen, Lagerflächen, Veranstaltungseinlass oder Betriebe, in denen Ware nicht zum Scanner gebracht werden kann, sondern der Scanner zur Ware kommt. Die Reichweite liegt je nach Modell und Umgebung zwischen zehn und dreißig Metern. Zu beachten: Der Akku muss regelmäßig geladen werden, und in Umgebungen mit vielen WLAN- und Bluetooth-Geräten kann es gelegentlich zu Interferenzen kommen. Wer auf Zuverlässigkeit angewiesen ist, sollte auf einen Scanner mit 2,4-GHz-Funkverbindung setzen – diese ist stabiler als Bluetooth in störungsreichen Umgebungen.
Präsentationsscanner: Hände frei an der Kasse
Präsentationsscanner stehen fest auf dem Kassentisch und erfassen Barcodes automatisch, sobald ein Artikel in den Scanbereich gehalten wird. Sie arbeiten mit einem breiteren Scanfeld als Handscanner – oft mehrzeilig oder omnidirektional – und erkennen Codes unabhängig von der Ausrichtung des Artikels.
Das macht sie besonders dort attraktiv, wo viele Artikel pro Minute abgescannt werden: an frequentierten Supermarktkassen, in Apotheken mit hohem Durchsatz oder beim Kassenabschluss im Fachhandel. Da der Kassierer beide Hände frei hat, läuft das Kassieren schneller. Der Nachteil: Präsentationsscanner sind stationär und deutlich größer als Handscanner. Für beengte Kassentheken oder mobile Einsätze scheiden sie aus.
Funkscanner oder Handscanner: Entscheidungshilfe nach Einsatzbereich
Die Wahl zwischen diesen Typen lässt sich anhand einiger konkreter Fragen treffen:
Ein häufiger Fehler: Betriebe kaufen Präsentationsscanner für die Kasse, obwohl der Mitarbeiter gelegentlich auch im Lager scannen muss. Dann liegt das Gerät nutzlos auf dem Tresen, während im Lager mit dem Handy fotografiert wird. Wer beide Bereiche abdecken will, fährt mit einem Funkscanner besser.
- Fester Kassenplatz, keine Lagerfläche: Kabelgebundener Handscanner – einfach, wartungsarm, keine Akkuladung nötig.
- Kasse und Lager im selben Betrieb: Funkscanner, der sowohl an der Kasse als auch im Lager eingesetzt werden kann.
- Hoher Kassendurchsatz, viele Artikel pro Vorgang: Präsentationsscanner für freihändiges, schnelles Scannen.
- Außendienst, Inventur oder wechselnde Standorte: Funkscanner oder mobiler Datenerfassungsscanner mit eigenem Speicher.
- Kleines Budget, einfache Anforderungen: Kabelgebundener Handscanner ist in der Anschaffung günstiger und benötigt keine Ersatzakkus.
Scanner für Einzelhandel: Welche Technik unter der Haube steckt
Neben dem Formfaktor spielt die Scan-Technologie eine Rolle. Die meisten günstigen Scanner arbeiten mit einem roten Laserstrahl oder CCD-Sensor und lesen eindimensionale Barcodes (EAN-13, Code 128 usw.) zuverlässig. Wer QR-Codes, DataMatrix oder andere 2D-Codes erfassen muss – etwa für digitale Coupons, Elektronikserien oder Warenwirtschaft – braucht einen Imager-Scanner. Dieser nutzt eine Kamera statt eines Lasers und kann sowohl 1D- als auch 2D-Codes lesen.
Für den reinen Kasseneinatz im Lebensmitteleinzelhandel reicht ein 1D-Laserscanner aus. Für Elektronik, Mode oder Betriebe mit eigenem Warenwirtschaftssystem, das auch 2D-Codes nutzt, ist ein Imager die zukunftssicherere Wahl.
Häufige Fragen
Kann ich einen Funkscanner auch kabelgebunden betreiben?▼
Viele Funkscanner lassen sich per USB-Kabel aufladen und gleichzeitig im kabelgebundenen Modus betreiben. Das ermöglicht eine flexible Nutzung: kabellos im Lager, per Kabel an der Kasse. Ob ein konkretes Modell diesen Modus unterstützt, steht in der jeweiligen Produktspezifikation.
Wie weit reicht die Funk-Verbindung eines Bluetooth-Scanners?▼
Bluetooth-Scanner erreichen in der Praxis fünf bis zehn Meter, bei freier Sichtlinie gelegentlich mehr. Scanner mit 2,4-GHz-Funkempfänger schaffen häufig zwanzig bis dreißig Meter – auch durch Regale hindurch. Für große Lagerflächen ist der 2,4-GHz-Funk daher die stabilere Wahl.
Lesen Laserscanner auch QR-Codes?▼
Nein. Laserscanner und einfache CCD-Scanner lesen ausschließlich eindimensionale Barcodes. Für QR-Codes, DataMatrix oder andere 2D-Codes ist ein Imager-Scanner notwendig, der eine Kamera zur Bilderfassung nutzt.
Welcher Scanner eignet sich für die Inventur?▼
Für die Inventur eignet sich ein Funkscanner oder ein mobiler Datenerfassungsscanner mit eigenem Speicher am besten, da Ware in verschiedenen Bereichen des Lagers erfasst wird. Ein kabelgebundener Handscanner scheidet für diesen Zweck aus.
Ist ein Präsentationsscanner auch für kleine Kassenbereiche geeignet?▼
Präsentationsscanner haben ein größeres Gehäuse als Handscanner und benötigen einen festen Stellplatz auf der Kassentheke. Bei sehr beengten Kassenplätzen kann das zum Problem werden. In solchen Fällen ist ein kabelgebundener Handscanner mit Standfuß eine platzsparende Alternative, die ebenfalls freihändiges Scannen ermöglicht.
